Ziehsteine werden in Stufen poliert: Begonnen wird mit der gröbsten Körnung, die der Zustand der Oberfläche erfordert — eine zu fein gewählte Körnung kann größere Oberflächenfehler nicht beseitigen. Ist die maximale Oberflächengüte einer Körnung erreicht, folgt die nächst feinere Stufe, bis die gewünschte Rauheit erreicht ist. Bei Leng entsteht die finale Hochglanzpolitur zum großen Teil in Handpolitur mit Diamantpasten und -suspensionen von 45 µm bis hinunter zu 3 µm.
Warum die Politur über die Standzeit entscheidet
Die Oberflächengüte von Ziehkegel und Führungslänge bestimmt Reibung, Schmierfilm und Wärmeentwicklung im Zug. Eine hochglanzpolierte Oberfläche verzögert zudem den Punkt, an dem sich beginnender Verschleiß selbst verstärkt: Raue Stellen halten abrasive Partikel fest und vertiefen sich schnell zu Ziehringen. Deshalb gehört die Politur bei uns zur Werkzeugfertigung wie das Schleifen — und deshalb lohnt sie sich auch in der laufenden Werkzeugpflege beim Anwender.
Die richtige Start-Körnung wählen
Die Grundregel aus unserer Fertigung: Starten Sie mit der gröbsten Körnung, die der Oberflächenzustand erfordert — und keiner gröberen. Eine zu fein gewählte Körnung kann große Oberflächenfehler nicht beseitigen; eine gröbere Körnung entfernt sie wesentlich schneller. Wer dagegen auf einer schon guten Oberfläche unnötig grob startet, erzeugt Kratzer, die er anschließend mühsam wieder herauspolieren muss.
| Oberflächenzustand | sinnvolle Start-Körnung |
|---|---|
| sichtbare Ziehringe, Riefen | 30–45 µm |
| matte, verschlissene Oberfläche ohne tiefe Fehler | 9–15 µm |
| Auffrischung einer intakten Politur | 3–6 µm |
Die Stufenfolge
Ist die für eine Körnung maximal erreichbare Oberflächengüte erreicht, wird auf die nächst feinere Körnung gewechselt — zum Beispiel 45 → 30 → 15 → 9 → 6 → 3 µm, je nach Ausgangszustand auch mit übersprungenen Stufen. Der Vorgang wird wiederholt, bis die gewünschte Oberflächenrauheit erreicht ist. Wichtig: Zwischen den Stufen Werkzeug und Polierwerkzeug gründlich reinigen, damit grobe Restpartikel die feinere Stufe nicht kontaminieren.
Öl- oder Wasserbasis?
Unsere Diamantsuspension wurde speziell zum Polieren von Ziehsteinen konzipiert: Das stabile Trägermaterial verteilt die Diamantkörnung gleichmäßig während des Schneid- und Poliervorgangs, die besondere Temperaturbeständigkeit der Basis verhindert das Austrocknen während der Politur. Beide Basen führen wir in den Körnungen 3, 6, 9, 15, 30 und 45 µm:
- Ölbasis — der Klassiker der Ziehstein-Handpolitur; temperaturstabil, trocknet nicht aus. Gebinde: 40, 100, 250 ml.
- Wasserbasis — leicht abzureinigen, gut für maschinelle Prozesse und überall dort, wo Öl im Prozess stört. Gebinde: 100, 250 ml.
Als Polierträger dienen Polierhölzer und -filze (auf Anfrage); für die Nacharbeit der Bohrung selbst führen wir galvanisch belegte Diamant-Schleifstifte ab ca. 1,2 mm Bohrungsdurchmesser.
Wann ist Schluss mit Selberpolieren?
Sind Ziehringe so tief, dass die Führungslänge ihr Maß verliert, hilft keine Politur mehr — dann gehört das Werkzeug in den Nachschliff: Wir schleifen die Geometrie neu und polieren aufs nächste Maß. Die Entscheidungshilfe dazu: Nachschleifen oder neu kaufen?
Diamantsuspension ab Lager bestellen — alle Körnungen 3–45 µm, Öl- und Wasserbasis, Lieferzeit am Artikel: zum Shop.
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